Gemeinde Sandhausen

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Die Geschichte Sandhausens

Wanderdünen standen der Besiedelung im Weg
Erst nachdem die Wanderdünen zum Stehen gekommen waren (etwa um 800 n. Chr.), konnte das bis dahin siedlungsfeindliche Land am Fuße der Dünen - bedingt durch die sumpfige Talaue des Leimbachs - urbar gemacht und bearbeitet werden. Erste Siedler kamen aus dem aufgegebenen Weiler Lochheim. Der neugegründete Ort muss sich gut entwickelt haben. Einen Hinweis dafür liefert eine Tiefburg, die um 1321 existiert hatte, von der jedoch keine Reste mehr erhalten sind. Auch Flurnamen wie Hölzel oder Storrenäcker weisen darauf hin, dass Ackerflächen durch Waldrodungen erweitert worden sind und der Ort dadurch gewachsen ist.

Dünen
Dünen
Lochheim
Lochheim (untergegangene Ortschaft an der BAB 5 nahe der Raststätte Hardtwald OST)

Kriege und Persönlichkeiten
Auch Sandhausen wurde nicht von Kriegen und Plünderungen verschont. Immer wieder fielen feindliche Heere über den Ort her. In den Jahren 1278, 1462, im 30jährigen Krieg und zuletzt 1689 wurde der Ort von Tod und Verwüstung heimgesucht, die Einwohnerzahl dezimiert. Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die Bevölkerung der Gemeinde Sandhausen dann von 6200 auf über 14000 mehr als verdoppelt. Auch Persönlichkeiten waren immer wieder darunter, wie zum Beispiel der Theologe, Erzieher und Universalgelehrte Marcus Wendelinus (1584-1652), an den im Heimatmuseum eine Gedenktafel erinnert. Nikolaus Herchheimer, Sohn des aus Sandhausen ausgewanderten Hans Jost Herchheimer, soll hier erwähnt werden. Er gilt als Held des Mohawktals, der 1777 als General in der Schlacht bei Oriskany siegte. George Washington ehrte den Held mit den Worten: "Er war der erste, der in das fortgesetzte Unglück des nördlichen Feldzuges den Umschwung zum Siege brachte." Nach ihm wurde sein Heimatort "Herkimer" benannt. Aus Sandhausen stammt der jüdische Gymnasialprofessor Ludwig Marx, der in vielen Gedichten die Not seiner Leidensgenossen während der Naziherrschaft schilderte. Seit 1968 lebte hier Georg von Albrecht, der in Sandhausen zahlreiche Werke komponierte, u.a. Requiem, Te Deum und der Sonnengesang des Hl. Franziskus.

Herzogskreuz
Herzogskreuz

Altes mit Neuem verbinden - Die in jüngerer Vergangenheit vorgenommene Umgestaltung des Lège-Cap-Ferret-Platzes, mit der 1866 errichteten evangelischen Christuskirche, der 1896 vollendeten katholischen Bartholomäuskirche sowie mit der Jugendstilfassade des 1909 eingeweihten „Neuen Schulhauses“, zeugt von der Fähigkeit der Gemeinde, historisch Gewachsenes mit den architektonischen Anforderungen der heutigen Zeit zu verbinden. Wahrzeichen der Gemeinde ist aber der Komplex Alte Kirche / Heimatmuseum. Die Alte Kirche, meist als ehemalige Synagoge bezeichnet, war von 1866 bis 1938 den jüdischen Mitbürgern überlassen. Das Heimatmuseum wurde 1742 als evangelisches Pfarrhaus erbaut und diente später als Rathaus. Diese Funktion behielt das Gebäude bis 1975. Von den über 30 Zigarrenfabriken, die es einst im Ort gab, wurde die letzte 1975 geschlossen. Im Süden Sandhausens wird neben Getreide, Spargel und anderem aber immer noch Tabak angebaut. So ist auch der Ortsteil Bruchhausen, im 18. Jahrhundert übrigens Mittelpunkt der kurfürstlichen Jagden, rein bäuerlich geblieben. Heute wird hier vor allem Gemüse angebaut.

Literaturhinweise: Heimatbuch herausgegeben von der Gemeinde Sandhausen, 1986 Ortssippenbuch: Kurt Frei, Familien in Sandhausen, 2 Bd., 1990 und 1995

Brunnen auf dem Lège-Cap-Ferret-Platz
Brunnen auf dem Lège-Cap-Ferret-Platz
Neubau der Grundschule
Neubau der Grundschule

Weltoffenheit und Naturschätze - Von der Weltoffenheit der Gemeinde Sandhausen zeugt die bestehende Städtepartnerschaft mit Lège-Cap Ferret am Atlantik, 50 Kilometer westlich von Bordeaux gelegen. Zahlreiche Kontakte zwischen Vereinen und Urlaubern erfüllen die Partnerschaft mit Leben. Der größte Reichtum Sandhausens liegt heutzutage aber in den Naturschätzen: Wälder, Dünen und drei Naturschutzgebiete hat die Gemeinde zu bieten. 47 Prozent der Gemarkungsfläche sind von Wald bedeckt. Eine Tatsache, die durch drei Bäumchen im Gemeindewappen dokumentiert wird. Der Naturfreund findet verschiedene Orchideenarten und an der südlichen Düne auch seltene Pflanzen, die in unseren Breiten einmalig sind. Der Wanzensamen, das Salzkraut und die Radmelde sollen hier stellvertretend für viele andere mehr genannt werden.

Sandhausen stellt sich heute als eine harmonisch gewachsene, attraktive Wohn- und Freizeitgemeinde mit hoher Lebensqualität dar. Den Bürgern steht eine große Anzahl an kulturellen und sportlichen Einrichtungen zur Verfügung.